
Für die Kieler Rathaus-Kooperation ist es eine gute Nachricht: Die von Seehafen Kiel GmbH & Co. KG veranlassten Messungen haben ergeben, dass Kreuzfahrer und Hafenverkehre auf dem Wasser offensichtlich weniger Anteil an der Luftschadstoffbelastung in Kiel haben, als bisher von mancher Seite angenommen worden ist.
„Diese ersten Ergebnisse müssen Ansporn für uns sein, die Datengrundlagen noch zu verbessern und bereits beschlossene Konzepte ,BLUE PORT KIEL‘ und ,Green City Plan‘ möglichst schnell in die Umsetzung zu bringen“, stellt Arne Stenger von der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen klar. Die Schadstoffbelastung durch den Schiffsverkehr insgesamt zu senken, sei ein Anliegen, das aber nicht von Kiel allein gelöst werden könne. Dort seien vor allem die Gesetzgeber in Bund und EU gefordert – vor allem, damit der Einsatz giftigen Schweröls verboten werde.
Mit dem klimaschutzorientierten Energiemanagement, der geplanten Landstromversorgung sowie der Stärkung kombinierter Verkehr und der Verlagerung von Gütertransporten auf Schiene und Binnenschiffe seien wichtige Weichen gestellt, um den Ausstoß von Schadstoffen durch Verkehre in und um den Hafen zu senken. Arne Stenger fordert, regelmäßig – auch jenseits des Ostseekais – die Belastung durch Hafenverkehre zu messen: „Zum Gesamtbild gehören auch Daten rund um den Nord-Ostsee-Kanal. Dort ist der kommunale Einfluss zwar leider gering, aber die Belastungen für Holtenau, Projensdorf und die Wik müssen auch thematisiert werden.“ Zentraler Faktor auf dem Weg zu einer besseren Luftqualität bleibe aber der motorisierte Individualverkehr, der sich tagtäglich durch die Stadt quäle. Arne Stenger: „Bessere Luftqualität gibt es nur, wenn es uns gelingt, deutlich mehr Menschen in den ÖPNV und auf das Fahrrad zu bringen.“
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